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Fachbericht

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Hitze zahlen

dauert länger, somit verlängert sich die Zeit, in der Pollen freigesetzt werden. Pollen lösen bei vielen Menschen ge sundheitliche Beschwerden wie Heu schnupfen oder auch Asthma bronchiale aus. Die Zahl der Allergiker hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenom men. Verstärktes Niesen sowie tränende und verquollene Augen stellen eine Gefahr insbesondere beim Führen von Fahrzeugen dar. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben etwa 15 Prozent der Deutschen Heuschnupfen und fast neun Prozent leiden an Asthma bronchiale. Heuschnupfen wirkt sich hauptsächlich auf die Nasenwege aus, während Asthma die Lunge betrifft und zu Atemnotanfällen führen kann. Studie der Charité In einer Studie des Allergie-Centrums der Berliner Charité wurden mehr als 500 Menschen mit Heuschnupfen be fragt, wie die Erkrankung ihre Teilnahme am Straßenverkehr beeinflusst: 75 von 100 Befragten gaben an, dass die Be schwerden sie vom Verkehr ablenken. 13 von 100 hatten bereits so starke Be schwerden, dass sie nicht Auto fahren konnten. Sieben von 100 machten die Erkrankung sogar mitverantwortlich für einen von ihnen verursachten Unfall oder eine riskante Situation, die beinahe zu einem Unfall geführt hätte (Church & Zuberbier, 2019). Besonders achtsam müssen Mitarbei tende sein, wenn sie gegen ihre Allergie Medikamente einnehmen. Viele Antihis taminika verursachen Nebenwirkungen wie Müdigkeit und verzögertes Reak tionsvermögen.

Studie wurden 184.936 Arbeitsunfälle im Baugewerbe betrachtet. Es gab einen si gnifikanten Gesamteffekt bei hohen Temperaturen (relatives Risiko (RR) 1,216) und einen „schützenden“ Effekt bei

Materialien hatte das höchste Risiko un ter heißen Bedingungen. Drescher & Janzen (2023) untersuch ten anhand von Daten aus der Schweiz die Auswirkungen auf Arbeitsunfälle. In

Abbildung 2

Die Grafik zeigt die Dauer der Grünland-Vegetationsperiode in den einzelnen Jahren und die 30-jährigen Mittel 1961 bis 1990 und 1991 bis 2020. Der Zeitraum hat sich in der jüngeren Vergangenheit verlängert (Quelle DWD).

niedrigen Temperaturen (RR 0,901). Für hohe Temperaturen schätzten die Auto ren 3.142 zurechenbare Fälle während des Untersuchungszeitraums. An Tagen mit Hitzewellen wurden RR von 1,11 bis 1,30 gefunden. Unqualifizierte Arbeiter sowie Maurer und Klempner wurden als höher gefährdet bei hohen Temperaturen eingestuft. Baugewerbe, Steinbrüche und Industrieanlagen waren die risiko reichsten Arbeitsumgebungen, ebenso spezifische körperliche Tätigkeiten wie Arbeit mit handgeführten Werkzeugen, Bedienung von Maschinen und Hand habung von Gegenständen. Kontakt mit scharfen, spitzen, rauen und groben

ihrer Studie werteten die Autoren Ar beitsunfälle von 1996 bis 2019 aus. Dre scher und Janzen zeigten, dass mit Temperaturen über 30 Grad auch die Zahl der Arbeitsunfälle steigt – und zwar um 7,4 Prozent. Einfluss von verlängerten Blütezeiten auf die Unfallzahlen Die Blütezeiten der Pflanzen verlängern sich und Allergiker werden verstärkt be lastet. Durch die klimabedingte Erwärmung wird die Blütezeit früher erreicht und

Kontakt Silvester Siegmann Vorstand – Ressort Kommunikation Telefon: +49 172 2751748 E-Mail: s.siegmann@vdsi.de

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